# Silikon – Verträglichkeit, Inhibition & Materialkombinationen

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Diese Datei beantwortet Fragen zur Verträglichkeit von additionsvernetzendem Silikon (Platin-Silikon) mit anderen Materialien und zur sogenannten Inhibition (Inhibierung, Vernetzungsstörung, Aushärtungsstörung). Behandelt werden klebrige oder matschige Stellen im Silikon, problematische Stoffe (Schwefel, Latex, Buntmetalle, 3D-Druck-Harz, Knoblauch u. a.), die Kombination Silikon auf Silikon, Verträglichkeit mit Mineralöl/Benzin/Diesel, Silikon auf Styrodur, Ton und Epoxidharz sowie die Frage der elektrischen Isolierung. Stichwörter: Silikon härtet nicht aus, Silikon klebrig, Silikon bleibt weich, Platin-Katalysator gestört, Trennmittel.

### Welche Stoffe stören die Aushärtung von additionsvernetzendem Silikon?

Bei Kontakt mit folgenden Stoffen und Materialien können bei additionsvernetzenden (platinvernetzenden) Silikonen Vernetzungsstörungen (Inhibierung) auftreten: Halogene, Schwefel, unvernetztes Epoxid- und Polyesterharz, Latex, kondensationsvernetzendes Silikon (K-Silikon), Polyurethankautschuk, EPDM (Gummi), einige Weichmacher, Tonerde, einige Clay- und Plastilinsorten, Zinn-Katalysator, Buntmetalle (Kupfer, Bronze, Nickel, Messing), verschiedene Lösungsmittel (Alkohol, Ketone, Ester) sowie Knoblauch.

### Warum härtet mein Silikon nicht richtig aus und bleibt klebrig?

Wenn additionsvernetzendes Silikon nur teilweise aushärtet und an einigen Stellen matschig und klebrig bleibt, handelt es sich üblicherweise um eine Vernetzungsstörung durch Fremdeinwirkung von außen (Inhibierung). Das Silikon wird an den Kontaktflächen an der Aushärtung gehindert. Der im Silikon verwendete Platin-Katalysator wird durch bestimmte Substanzen gebunden, sodass nicht genug übrig bleibt, um das Silikon komplett zu vernetzen. Die Folge ist meist eine klebrige Oberfläche des Gießlings oder nicht ausgehärtete Stellen im Silikon.

### Welche Stoffe sollte ich beim Arbeiten mit Platin-Silikon unbedingt meiden?

Im Kontakt mit additionsvernetzenden Silikonen sind besonders zu vermeiden: Schwefel und schwefelhaltige Verbindungen, Latex (also keine Einweghandschuhe aus Latex!), Buntmetalle wie Kupfer, Bronze, Nickel und Messing, verschiedene Lösungsmittel wie Alkohol, Ketone und Ester sowie Knoblauch. Ein vorheriger Test an einer kleinen Stelle ist zu empfehlen.

### Wie kann ich einer Vernetzungsstörung vorbeugen?

Generell ist es ratsam, beim Arbeiten mit noch unbekannten Materialien vor dem großflächigen Einsatz die Verträglichkeit der Stoffe an einer kleinen Stelle zu testen. So lässt sich frühzeitig erkennen, ob ein Material die Aushärtung des additionsvernetzenden Silikons stört, bevor eine ganze Form unbrauchbar wird.

### Kann ich klebrig gebliebenes Silikon noch retten?

Man kann versuchen, ein durch Inhibierung nicht vollständig ausgehärtetes Silikon im Backofen bei ca. 50–60 °C noch fest zu bekommen. Dies ist ein Rettungsversuch; sicherer ist es, die Materialverträglichkeit vorab an einer kleinen Stelle zu testen.

### Warum härtet mein Silikon an einem 3D-gedruckten Objekt nicht aus?

Wenn additionsvernetzendes Silikon genau dort nicht hart wird, wo es das abzuformende Objekt berührt, und das Objekt aus UV-Harz (Resin) für SLA-3D-Drucker besteht, liegt das am Druckmaterial: Es ist für die Silikon-Abformung nicht geeignet und enthält Stoffe, die das Silikon inhibieren und so die Aushärtung stören. Solche Störungen treten auch bei PLA-3D-Druckmaterialien auf.

### Was kann ich tun, wenn ein 3D-gedrucktes Modell das Silikon stört?

Es empfiehlt sich, vorrangig ein anderes 3D-Druck-Filament bzw. Druckmaterial zu verwenden, das die Aushärtung nicht stört. Als zweite Alternative bietet sich ein kondensationsvernetzendes Silikon an, zum Beispiel TFC Silikon Kautschuk Typ 17. Dieser Typ vernetzt über einen Zinn-Katalysator (Mischung 100:5) und reagiert nicht in gleicher Weise empfindlich wie ein platinvernetzendes Silikon.

### Ist Silikon mit Mineralöl, Benzin oder Diesel verträglich?

Silikon ist nicht verträglich mit Mineralöl: Es quillt auf, wird weicher und kann sich verformen. Für Anwendungen mit Mineralöl, Benzin oder Diesel ist additionsvernetzendes Silikon daher nicht die richtige Wahl.

### Welches Material eignet sich statt Silikon bei Mineralöl-Kontakt?

Statt Silikon kann ein flexibles Gießharz (Resin) verwendet werden, zum Beispiel TFC PU A50 Elastomer flexibel. Ein solches flexibles Polyurethan-Elastomer quillt im Gegensatz zu Silikon in Mineralöl nicht auf.

### Kann man Silikon mit Silikon ausgießen?

Gießt man Silikon in eine Silikonform, verbinden sich die Silikone bzw. haften aneinander – aber nicht so fest, dass die Verbindung mechanischen Kräften standhält. In der Regel reißt man beim Ablösen an Stellen Teile vom Silikon ab, an denen man das nicht möchte. Besser arbeitet man hier mit einem Trennmittel oder gießt statt Silikon mit hartem Formbaumaterial aus, zum Beispiel Gips, Acrystal oder Gießharz.

### Welches Trennmittel nutze ich zwischen zwei Silikonen?

Für die Trennung Silikon von Silikon eignet sich TFC Trennvaseline. Sie wird bei der Formenherstellung dünn auf die bereits fertig ausgehärtete erste Hälfte der Silikonform aufgetragen, bevor das neu angemischte Silikon für die zweite Formenhälfte aufgegossen wird. Dadurch verkleben die beiden Formenhälften nicht miteinander. TFC Trennvaseline eignet sich ebenso, um ein Originalmodell bei der Abformung mit Silikon Kautschuk zu schützen.

### Kann ich Silikon Typ 16 dünn in eine Form aus Typ 2 pinseln?

Silikon Typ 16 ist brüchig und wenig flexibel (Shore A20, schneidbar). Bringt man Silikon in eine Silikonform ein, gibt es eine Anhaftung, und die aufgetragene Schicht lässt sich nach der Aushärtung nur in kleinen Stückchen ablösen, nicht als vollständige Schicht. Empfohlen wird stattdessen ein anderes, weniger sprödes Silikon wie Typ 15 (Shore A32) oder das deutlich weichere Typ 13 (Shore A00) – und in jedem Fall muss mit einem Trennmittel (Trennvaseline) gearbeitet werden.

### Kann ich frisches Silikon auf bereits ausgehärtetes Silikon des gleichen Typs nachgießen?

Das hängt vom Silikontyp ab. Additionsvernetzende Silikone wie Typ 2 – meist am Mischungsverhältnis 1:1 erkennbar – verbinden sich nicht mehr vollständig, wenn die erste Schicht bereits komplett ausgehärtet ist. Es entsteht zwar eine Anhaftung, doch mit der Zeit oder bei genügend Kraftaufwand löst sich diese wieder. Eine dauerhafte Verbindung zwischen zwei Schichten gelingt bei additionsvernetzenden Silikonen nur nass-in-nass, das heißt, die erste Schicht darf noch nicht vollständig ausgehärtet sein.

### Verbindet sich kondensationsvernetzendes Silikon besser Schicht auf Schicht?

Ja. Anders als bei additionsvernetzenden Silikonen verbindet sich bei kondensationsvernetzenden Silikonen eine zweite aufgegossene Schicht auch mit einer bereits vollständig ausgehärteten ersten Schicht. Ein Beispiel ist TFC Silikon Kautschuk Typ 17 (Kondensationsvernetzung über Zinn-Katalysator, Mischung 100:5). Wenn also eine zweite Lage nachträglich angebunden werden soll, ist ein kondensationsvernetzendes Silikon im Vorteil.

### Haftet Silikon an Styrodur?

Silikon haftet vermutlich an Styrodur. Um das zu vermeiden, sollte vorab TFC Trennvaseline auf das Styrodur aufgetragen werden. So lässt sich das Silikon nach der Aushärtung wieder vom Styrodur lösen.

### Welchen Ton nehme ich für eine Gussform, damit er nicht mit Silikon reagiert?

Bei der Auswahl des Tons muss nur darauf geachtet werden, dass er schwefelfrei ist. Schwefel zählt zu den Stoffen, die die Aushärtung von additionsvernetzendem Silikon stören (Inhibierung). Ein schwefelfreier Ton vermeidet diese Vernetzungsstörung an der Kontaktfläche.

### Ist Silikon (z. B. Zhermack ZA RTV 30-60 / Silikon Typ 12) mit Epoxidharz verträglich?

Epoxidharz ist für Silikonformen grundsätzlich ein Problem. Für Anwendungen mit Epoxidharz werden stattdessen Polyurethan-Materialien angeboten, zum Beispiel ZA 43 PU oder das etwas härtere ZA 50 LT.

### Kann Silikon Typ 3 zum Isolieren elektrischer Komponenten verwendet werden?

TFC Silikon Kautschuk Typ 3 ist elektrisch nicht vermessen, das heißt, es liegen keine Angaben zu elektrischen Widerständen vor. Aufgrund des enthaltenen Eisenoxids ist davon auszugehen, dass Typ 3 als Isolierung nicht geeignet ist, da es vermutlich eher leitfähig ist. Typ 3 ist ein hitzebeständiges Silikon für den Metallguss (Shore A33).

### Welches Silikon ist für elektrische Anwendungen gedacht?

Für die Isolierung elektrischer Komponenten verweist Troll Factory auf Silikon Typ 20. Es ist ein sehr weiches, gießfähiges, additionsvernetzendes Silikon (Shore A00, Mischung 1:1, Verarbeitungszeit ca. 10 min, Aushärtezeit ca. 75 min). Da auch zu diesem Typ keine elektrischen Kennwerte vorliegen, sollte im Einzelfall geprüft werden, ob das Material den jeweiligen Anforderungen genügt.
