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Silikon – Verarbeitung, Shore-Härte, Mischen & Aushärtung

Zuletzt aktualisiert am 8. Juli 2026

Diese Wissensdatei erklärt, wie Silikon (Silikon-Kautschuk, RTV-2, Form-Silikon) richtig verarbeitet wird: das Mischen der beiden Komponenten, das passende Mischungsverhältnis, die Shore-Härte, die Verarbeitungszeit (Topfzeit) und die Aushärtezeit (Vernetzung/Vulkanisation). Außerdem geht es um typische Probleme wie Luftblasen sowie um das Verlängern der Verarbeitungszeit mit einem Verzögerer (Delayer). Behandelt werden Form-Silikone für Formenbau, Abformungen und Abdrücke.

Kann ich durch ein anderes Mischungsverhältnis eine andere Shore-Härte erzielen?

Nein, das ist leider nicht möglich. Die Shore-Härte eines Silikons lässt sich nicht über das Mischungsverhältnis verändern. Die Silikone funktionieren im Prinzip wie ein Reißverschluss: Wenn ein Zahn fehlt oder zu viel vorhanden ist, lässt sich der Reißverschluss nicht mehr richtig schließen. Mit anderen Worten: Ein verändertes Mischungsverhältnis führt nicht zu einem härteren oder weicheren Ergebnis, sondern gefährdet die Aushärtung. Das Silikon sollte daher immer genau nach Vorgabe angemischt werden.

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Wie wähle ich die richtige Shore-Härte – worüber wird die Härte bestimmt?

Die Härte wird über den Silikon-Typ bestimmt, nicht über das Mischen. Troll Factory führt Silikone in vielen unterschiedlichen Shore-Härten. Wer ein härteres oder weicheres Ergebnis benötigt, wählt also einen anderen Typ mit der passenden Shore-Härte – und mischt diesen wiederum exakt nach Vorgabe.

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Welche Shore-Härten gibt es bei den TFC-Silikon-Typen?

Die TFC Silikon Kautschuk Typen decken ein breites Spektrum ab – von sehr weich bis sehr hart (Shore-Werte gemessen bei 23 °C). Eine Auswahl:

  • Sehr weich: Typ 13 und Typ 20 mit Shore A00, Typ 23 mit Shore A10.
  • Mittel: Typ 1 mit Shore A18–20, Typ 6 und Typ 11 mit Shore A22, Typ 9 mit Shore A25.
  • Fester: Typ 2 und Typ 35 mit Shore A35, Typ 14 mit Shore A37.
  • Hart bis sehr hart: Typ 8 mit Shore A45, Typ 4-1 mit Shore A80, Typ 4 mit Shore A90.

Silikon Typ 17 ist in mehreren Härten erhältlich (Shore A10, A20 und A30). Für die genaue Eignung sollte immer der jeweilige Typ gewählt werden, dessen Shore-Wert zum Projekt passt.

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Wie genau muss ich das Mischungsverhältnis einhalten?

Sehr genau. Das Silikon sollte immer exakt nach Vorgabe angemischt werden. Stimmt das Verhältnis nicht, besteht die Gefahr, dass das Silikon nicht richtig aushärtet (vernetzt). Ein „Korrigieren” der Härte über das Verhältnis funktioniert nicht – es führt nur zu Aushärtungsproblemen.

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Soll ich die Komponenten nach Gewicht oder mit dem Messbecher dosieren?

Die beiden Komponenten sollten nach Gewichtsanteilen abgemessen werden, nicht mit einem Messbecher (Volumen). Eine genaue Waage liefert das zuverlässigste Ergebnis und verhindert Fehlmischungen, die die Aushärtung und die Verarbeitungszeit beeinflussen.

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Welche Mischungsverhältnisse haben die TFC-Silikone?

Die meisten gießfähigen und knetbaren TFC-Additionssilikone (platinvernetzend) werden im Verhältnis 1:1 gemischt. Die kondensationsvernetzenden Zinn-Typen werden anders dosiert: Typ 7 und Typ 17 im Verhältnis 100:5. Maßgeblich ist immer die Vorgabe des jeweiligen Produkts; das angegebene Verhältnis muss exakt eingehalten werden.

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Was bedeutet Verarbeitungszeit (Topfzeit) und was Aushärtezeit?

Die Verarbeitungszeit (auch Topfzeit genannt) ist die Zeitspanne nach dem Mischen, in der das Silikon noch gießfähig bzw. verarbeitbar ist. Die Aushärtezeit ist die Zeit, bis das Silikon vollständig vernetzt (vulkanisiert) und entformbar ist. Beide Werte hängen vom Silikon-Typ ab und gelten bei Troll Factory als Richtwerte bei 23 °C.

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Wie lang sind Verarbeitungszeit und Aushärtezeit bei den TFC-Typen?

Das ist je nach Typ sehr unterschiedlich (Richtwerte bei 23 °C):

  • Schnell: Typ 6 mit ca. 5 min Verarbeitungszeit und 40 min Aushärtezeit; Typ 2 mit 7 min / 40 min.
  • Mittel: Typ 1 mit 12 min / 60 min; Typ 11 mit 15 min / 90 min.
  • Lang: Typ 17 mit ca. 90 min Verarbeitungszeit und 1440 min (24 Stunden) Aushärtezeit; Typ 12 mit 70 min / 360 min; Typ 16 mit 75 min / 480 min.

Knetbare Typen härten oft sehr schnell aus, z. B. Typ 4 mit ca. 2 min Verarbeitungszeit und 4 min Aushärtezeit. Der jeweils gültige Wert steht in den Produktdaten des konkreten Typs.

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Warum härtet mein Silikon Typ 17 schon nach 60 Minuten aus statt wie üblich nach 90 Minuten?

Wenn Silikon Typ 17 deutlich schneller aushärtet als die üblichen ca. 90 Minuten, wurde vermutlich mehr Härter verwendet als vorgesehen. Eine höhere Menge an Härter verkürzt die Verarbeitungszeit. Bitte messen Sie die beiden Komponenten nach Gewichtsanteilen ab, nicht mit einem Messbecher – so lässt sich die Dosierung genau einhalten und die normale Verarbeitungszeit erreichen.

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Verkürzt mehr Härter die Verarbeitungszeit oder macht es das Silikon härter?

Mehr Härter macht das Silikon nicht härter, sondern verkürzt die Verarbeitungszeit (Topfzeit). Der Härtegrad (Shore-Härte) ist durch den Typ festgelegt und ändert sich nicht durch die Härtermenge. Wer zu viel Härter verwendet, riskiert nur, dass das Silikon zu schnell anzieht.

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Mein Silikon härtet zu schnell aus – wie kann ich die Verarbeitungszeit/Topfzeit verlängern?

Um die Verarbeitungszeit (Topfzeit) zu verlängern, können Sie dem Silikon einen Verzögerer (Delayer) beimischen. Bei Troll Factory ist dafür z. B. der TFC Troll Factory Additiv Silikon Verzögerer Delayer erhältlich, der für additionsvernetzende Silikone gedacht ist.

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Wie dosiere ich den TFC Silikon Verzögerer Delayer?

Beim TFC Troll Factory Additiv Silikon Verzögerer Delayer beträgt die Zugabe 0,1 % bis maximal 0,3 % in Gewichtsanteilen. Beispiel: Auf 100 g Gesamtmenge Silikon geben Sie 0,1 g bis maximal 0,3 g Delayer. Der Delayer muss der Basiskomponente hinzugefügt werden. Je 0,1 % Zugabe verlängert sich die Verarbeitungszeit um 10 Minuten (0,3 % entsprechen 30 Minuten mehr Verarbeitungszeit).

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Was passiert, wenn ich zu viel Verzögerer zugebe?

Der maximale Prozentsatz von 0,3 % darf nicht überschritten werden, da das Silikon dann nicht mehr vulkanisiert (aushärtet). Bei Verzögerern gilt also: lieber knapp dosieren und in Gewichtsanteilen genau abwiegen.

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Gibt es noch andere Silikon-Verzögerer bei Troll Factory?

Ja. Neben dem TFC Troll Factory Additiv Silikon Verzögerer Delayer gibt es den Zhermack Delayer Additiv Silikon Verzögerer zur Verlängerung der Verarbeitungszeit bei Poly-Addition-Silikonen. Auch hier liegt die Dosierung bei 0,1 % bis maximal 0,3 % vom Gewicht, je 0,1 % verlängert die Arbeitszeit um 10 Minuten, und der Höchstwert von 0,3 % darf nicht überschritten werden, da das Produkt sonst nicht mehr vulkanisiert. Der Verzögerer wird der Basiskomponente zugegeben.

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Gibt es auch einen Verzögerer für Gießharz statt für Silikon?

Ja, für Acrylharz gibt es einen eigenen Verzögerer: den ACRYSTAL Retarder Verzögerer. Er ist ein Verzögerungsmittel für Zweikomponenten-Acrylharzsysteme (flüssig, transparent farblos, geruchlos, giftfrei). Mischverhältnis nach Gewichtsanteilen: 0,2–1 % auf die jeweilige Acrylharz-Mischung (bei 20 °C), maximal 2 % der Gesamtmenge. Er verlängert nicht nur die Abbindezeit, sondern auch die Aushärtezeit nach dem Entformen. Ein Übermaß an Verzögerungsmittel kann die Verarbeitungszeit bis zu mehreren Stunden verlängern, das Abbinden ganz verhindern und auch die mechanischen Eigenschaften des Endprodukts verändern. Dieser Verzögerer ist für Acrylgießharz gedacht, nicht für Silikon.

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Wie kann ich beim Durchmischen Luftblasen vermeiden oder verringern?

Ein hilfreicher Tipp: Erwärmen Sie die Silikonform vor dem Eingießen etwas (ca. 50 Grad) und klopfen Sie die Form nach dem Eingießen etwas auf den Tisch. Durch das Klopfen steigen eingeschlossene Luftblasen leichter an die Oberfläche und entweichen.

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Mein Silikon hat zu kurze Mischzeit für die Vakuumkammer – was tun?

Wenn die Mischzeit (Verarbeitungszeit) eines Silikons zu kurz ist, um es in der Vakuumkammer zu entlüften, empfiehlt sich der Umstieg auf ein anderes Silikon mit längerer Mischzeit und gleicher Shore-Härte. So bleibt genug Zeit zum Entgasen, ohne dass sich die gewünschte Endhärte ändert.

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Bei Typ 2 entstehen an Hinterschneidungen immer wieder Luftblasen – was hilft?

Bei Silikon Typ 2 helfen an Stellen mit Hinterschneidungen mehrere Maßnahmen:

  • Das Silikon vor dem Mischen in den Kühlschrank stellen und nach dem Gießen erneut in den Kühlschrank stellen – so haben die Blasen mehr Zeit aufzusteigen.
  • Die erste Schicht mit einem Pinsel auftragen und erst danach aufgießen.
  • Mit einem hohen, dünnen Strahl nur aus einer Richtung gießen; so entstehen weniger Blasen.
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